VDMA punktet mit Effizienzoffensive in Sachen Kraftstoffreduktion

Bis zu 40 Prozent weniger Treibstoff sind drin, wenn Landwirte die Möglichkeiten innovativer landtechnischer Maschinen, Prozesse und Bedienkonzepte voll ausschöpfen.

Wohl gemerkt, hier und heute. Zu diesem Ergebnis kommt ein großangelegtes, branchengemeinsames Forschungsprojekt zur Kraftstoffeffizienz in der Agrartechnik, das am Montag im Rahmen eines VDMA-Symposiums in Hannover zahlreichen Vertretern aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Fachmedien vorgestellt wurde. „Mit unserem Projekt haben wir eine Punktlandung hingelegt. Die Klimadebatte ist in vollem Gange und wir Landtechniker legen keine Absichtserklärungen, sondern marktfähige Lösungen vor. Das ist ein starkes Signal“, sagt VDMA-Geschäftsführer Dr. Bernd Scherer.

 

Branche zieht an einem Strang

Die am Projekt beteiligten Wissenschaftler der Universitäten Braunschweig und Stuttgart machten deutlich, dass die größten Einsparmöglichkeiten im Prozess liegen. „Wer seine Produktions- und Logistikketten optimiert, wer Digital Devices und intelligente Software in die Betriebsführung integriert, wird mit deutlich niedrigeren Kraftstoffverbräuchen belohnt“, so die Einordnung der Professoren Stefan Böttinger und Ludger Frerichs.

Das Innovationsportfolio der Agrartechnik sei „prall gefüllt“, betonte CEMA-Präsident Anthony van der Ley: „Dass wir die durch und durch komplexe Thematik mit einem so hochkarätig besetzten Projektkonsortium durchdringen konnten, ist ein Glücksfall, der belegt, dass Landwirtschaft und Landtechnik in den großen Fragen an einem Strang ziehen. Ich glaube sagen zu können, dass es uns gelungen ist, eine Benchmark zu setzen, die auch branchenübergreifend keinen Vergleich zu scheuen braucht.“

 

Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit

Dabei gehört die Industrie keinesfalls zu den großen CO2-Emittenten. Landmaschinen und Traktoren haben hierzulande einen Anteil von gerade einmal 0,7 Prozent an den CO2-Gesamtemissionen. Dennoch sieht sich die Industrie klar in der Verantwortung, einen qualifizierten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Und das nicht erst seit gestern. Schon in den 1990er Jahren war der Weg für kraftstoffeffiziente Lösungen vorgezeichnet. „Waren früher in erster Linie Fragen der Wirtschaftlichkeit die Triebfeder, so steht heute der Umweltschutz im Vordergrund. Ziel ist es, im Sinne der Nachhaltigkeit, beide Dimensionen miteinander zu verbinden“, sagt Dr. Eberhard Nacke, der Vorsitzende des Projektkonsortiums.

 

Sach- statt Symbolpolitik

Dass die Klimadebatte wieder „mehr Sach- statt Symbolpolitik“ brauche, war sich der Europaabgeordnete Herbert Dorfmann sicher. Die Leistungen des Agribusiness auch in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, sei eine zentrale politische Zielsetzung. Das große Engagement der Agrartechnikindustrie in der Kraftstoff-Frage begrüßt Dorfmann ausdrücklich. „Die sehr beeindruckenden Aktivitäten Ihrer Industrie passen sehr gut zum geplanten ‚Green Deal‘ der EU-Kommission“, sagt der EU-Parlamentarier.

Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium würdigt die prominente Rolle der Landtechnik in der Klimafrage. „Wir sind auf dem richtigen Weg mit guten Lösungen für die landwirtschaftliche Praxis“, resümiert Dr. Bernhard Polten vom BMEL.

Hier gehts zur VDMA-Studie:

"Mehr Ertrag, weniger CO2"

"More output, less CO2"