Agrosalon bestätigt Stellung als russische Leitmesse

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Vom 9. bis 12. Oktober präsentierten führende internationale und russische Hersteller in Moskau ihre Produkte: Traktoren, Landmaschinen, aber auch hochleistungsfähige Komponenten und digitale Lösungskonzepte, die in der großflächigen Landwirtschaft Russlands enorme Vorteile bieten.

Dazu gehören z. B. Management-Systeme, die eine bessere Auslastung der Maschinen und einen effizienteren Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln ermöglichen. Nach einer Schwächephase zu Beginn dieses Jahres geht es in der russischen Landwirtschaft aufgrund der gestiegenen Preise für Getreide und Ölsaaten wieder aufwärts. Diesen Trend bestätigten die steigenden Besucherzahlen und die Qualität der Gespräche mit russischen Landwirten und Agrarholdings, von denen ein Großteil weiter investieren möchte. Westliche Technik könnte davon am meisten profitieren, denn in vielen Segmenten, z. B. bei Traktoren im Leistungsbereich von mehr als 120 PS oder bei Sä- und Pflanzenschutztechnik für die Großflächenanwendung, gibt es keine lokalen Alternativen.

Ob die Investitionen umgesetzt werden, hängt nicht zuletzt von der russischen Politik ab. Die protektionistische Haltung der russischen Regierung nimmt weiter zu. Das bezieht sich sowohl auf den Zugang zu Förderprogrammen als auch auf die Verschärfung der Lokalisierungsregeln für westliche Hersteller.

In aller Schärfe kritisierte der Vorsitzende des VDMA Landtechnik Christian Dreyer den aktuellen Vorstoß des russischen Industrieministeriums, die Lokalisierungsregeln für Traktoren so festzulegen, dass eine wirtschaftliche Produktion vor Ort unmöglich macht. Ohne Zugang zu hochleistungsfähiger Technik würde die russische Landwirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit einbüßen. Westliche Hersteller, die in den letzten Jahren über 2 Milliarden Euro in Produktions- und Serviceniederlassungen investiert haben, werden von der Politik aus dem Markt gedrängt.